In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Einzelhandelsstandorte bundesweit von 366.800 auf voraussichtlich 296.600 bis Ende dieses Jahres gesunken – der niedrigste Stand seit der deutschen Wiedervereinigung. Veröffentlicht wurden diese Zahlen in einer offiziellen HDE-Pressemitteilung vom 23. März 2026.
Im Jahr 2025 hatte der Netto-Rückgang noch bei 4.500 Geschäften gelegen. HDE-Präsident Alexander von Preen warnte im Vorfeld des Handelsimmobilienkongresses am 24. und 25. März in Berlin vor zunehmenden Leerständen in den Innenstädten. Dabei betonte er, dass die Kundenfrequenz im Einzelhandel nach wie vor der wichtigste Anlass für Besuche in den Stadtzentren sei.
Von Preen forderte das Bundesbauministerium und die Kommunen auf, die Innenstädte mit weiteren Maßnahmen zu stärken. Zugleich appellierte er an Vermieter, verstärkt auf umsatzabhängige Mietmodelle zu setzen. Auf der Kostenseite sprach sich der HDE zudem für niedrigere Energiesteuern und eine Begrenzung der Lohnnebenkosten auf 40 Prozent aus.
Am 11. März 2026 kündigte die Schweizer Muttergesellschaft Migros Zürich die Abwicklung der Supermarktkette Tegut an. Das Unternehmen war seit 75 Jahren in Deutschland aktiv und beschäftigte rund 7.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als Grund nannte Migros aufgelaufene Verluste in Höhe von 600 Millionen Euro. Tegut hatte sein Profil insbesondere mit Bio- und Regionalprodukten geschärft. EDEKA übernimmt derzeit rund 200 Tegut-Standorte, während REWE eine weitere Anzahl von Filialen übernehmen soll. Wie es mit den übrigen Standorten weitergeht, ist noch offen.
Der Textildiscounter KiK teilte am 25. März 2026 mit, dass rund 135 Filialen in Deutschland und insgesamt etwa 300 Standorte in Europa geschlossen werden. Finanzvorstand Christian Kümmel erklärte, Hintergrund sei eine zu hohe Filialdichte: In manchen Regionen lagen mehrere KiK-Filialen weniger als einen Kilometer voneinander entfernt.
Durch die Schließungen sinkt die Zahl der KiK-Filialen in Deutschland von derzeit rund 2.335 auf etwa 2.200. Nach Unternehmensangaben sind keine betriebsbedingten Kündigungen geplant; betroffene Beschäftigte sollen stattdessen in nahegelegene Filialen wechseln. KiK beschäftigt europaweit rund 32.000 Menschen, davon etwa 19.000 in Deutschland.
Der Möbelhändler Möbel Roller hat die Schließung von fünf Standorten bestätigt. Die Filiale in Husum wurde bereits im September 2025 geschlossen. Der Standort Crailsheim soll bis Ende April 2026 folgen, anschließend schließen bis Juni 2026 auch die Filialen in Villingen-Schwenningen, Reutlingen und Oldenburg in Holstein. Bundesweit betreibt Möbel Roller weiterhin mehr als 100 Filialen.
Der Spielwarenhändler ROFU Kinderland beantragte am 19. Januar 2026 Insolvenzschutz. Als Gründe nannte das Unternehmen ein schwaches Weihnachtsgeschäft, hohe Betriebskosten und wachsenden Wettbewerbsdruck. Alle 104 Filialen in sieben Bundesländern bleiben während des Verfahrens geöffnet. Rund 2.000 Beschäftigte erhalten für drei Monate Insolvenzgeld. Parallel dazu läuft die Suche nach einem Investor.
Trotz zahlreicher Filialschließungen im deutschen Einzelhandel gibt es auch eine gegenläufige Entwicklung: Einige Handelsketten setzen weiterhin auf Wachstum und bauen ihr Filialnetz gezielt aus.
Der niederländische Non-Food-Discounter Action beendete das Jahr 2025 mit rund 650 Filialen in Deutschland und mehr als 15.500 Beschäftigten im Land. Europaweit plant das Unternehmen, im Jahr 2026 mindestens 400 neue Filialen zu eröffnen. Deutschland zählt neben Italien, Polen, Spanien und Frankreich zu den fünf wichtigsten Expansionsmärkten des Unternehmens.
Am 5. März 2026 eröffnete Woolworth im Kronenberg Center in Essen seine 1.000. Filiale in Europa. Dieser Meilenstein steht für eines der bemerkenswertesten Comebacks im Einzelhandel: Nachdem die ursprüngliche Kette zusammengebrochen war, startete Woolworth 2011 in Deutschland neu und wächst seitdem kontinuierlich.
Der französische Sportartikelhändler Decathlon plant, 2026 insgesamt 25 neue Filialen in Deutschland zu eröffnen. Zu den bereits bestätigten Standorten zählen unter anderem Lüdenscheid, Oberhausen, Saarbrücken und Trier. Bis 2027 will das Unternehmen hierzulande auf 150 Filialen wachsen und investiert dafür mehr als 100 Millionen Euro.
Beide Handelsketten übernehmen derzeit zahlreiche ehemalige Tegut-Standorte und bauen damit ihre Filialnetze in den Regionen aus, in denen Tegut bislang vertreten war. Wenn Sie bei einem dieser Händler einkaufen, lohnt es sich, vor dem nächsten Einkauf den EDEKA Prospekt oder den REWE Prospekt anzusehen, um sich die besten Angebote zu sichern.
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